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Aktuelles„Wie sehr sollte man an seinem Leben hängen“ - diese Frage stand im Mittelpunkt der Aufführung des N.N. Theaters beim Dülmener Sommer. Begeistert feierte das Publikum die Gruppe aus Köln für ihre ganz eigene Interpretation des „Brandner Kaspars“, einer Erzählung von Fanz von Kobell. Mit viel Humor begegnete das N.N. Theater dem Thema, hatte aber immer das richtige Fingerspitzengefühl für die nachdenklichen Momente. Von der ersten bis zur letzten Minute folgten ihnen die rund 1300 Zuschauer auf dem Marktplatz durch ihre Geschichte. Dabei gelang es den Schauspielern, das Publikum auch durch spontane Textergänzungen zu beeindrucken und zum Lachen zu bringen. „Hier liegen sie gut versorgt und trocken“ - mit Blick auf den leichten Nieselregen zum Ende der Veranstaltung, oder : „Von hier aus können sie sogar die Berge und die Kinder sehen“, weil gerade eine Familie mit Kindern an der Bühne vorbei gegangen war. Mit seinem „Halleluja“ hatte der „liebe Gott“ einen hohen Wiedererkennungswert und seine Dialoge mit dem Tod ernteten jede Menge Szenenapplaus.
Das Dülmener Sommertheater findet in diesem Jahr zum 24. Mal statt. Auch das N.N. Theater hat ein Jubiläum zu feiern: seit 25 Jahren touren die Schauspieler als Straßentheater. Bereits zum 17. Mal waren sie in Dülmen zu Gast. „Wir freuen uns immer wieder über euern Besuch“, freute sich Achim Portmann vom Kulturteam der Stadt Dülmen bei der Begrüßung. Diesen Dank gab das N.N. Theater am Ende gerne an das Publikum weiter. „Es ist immer wieder schön, in Dülmen zu spielen. Wir hoffen, dass wir auch in den nächsten Jahren weiterhin mit dabei sein können“, so die Schauspieler.
Zurück zum Brandner Kaspar, dem es zu Beginn gelingt, den Tod betrunken zu machen und ihn beim Kartenspiel zu betrügen, um so noch weitere 18 Lebensjahre zu erschwindeln. Strotz er zunächst vor Lebenskraft, nimmt im das Schicksal immer mehr von dieser – allein es bleibt die Angst vorm Sterben. Auch, als seine beiden Söhne im Krieg fallen, er sichtlich altert und es ihm schwerfällt, einfach nur das „Leben zu leben“, lässt er nicht los. Am Ende schlägt in der Tod dann mit der selben Waffe, die auch der Brander Kaspar zu Beginn genutzt hat, der Täuschung.
Beim Dülmener Sommer geht es am Donnerstag, 2.08. um 21 weiter mit einer Licht und Klangveranstaltung in Hiddingsel. Weitere Informationen finden Sie unter: www.duelmener-sommer.de.
Eine Bildergalerie zum N.N. Theater finden Sie hier.
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