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AktuellesNach dem 2. Weltkrieg strebten Politiker wie Bürger aller Altersgruppen in Deutschland nach Freundschaft und Frieden zwischen den westeuropäischen Nationen. Vor allem der Ausgleich mit Frankreich stand im Mittelpunkt der Bemühungen.
In Dülmen suchten bereits seit Mitte der 50er Jahre Schüler und Lehrer des Clemens-Brentano-Gymnasiums Kontakt zu einem französischen Gymnasium. 1957 fand der erste Schüleraustausch mit dem Lycée Monge in Mézières statt. Bereits im März 1963 folgte ein weiterer Austausch zwischen Mézières und Dülmen. Der damalige Bürgermeister von Mézières, René Miquel, regte an, die durch den Schüleraustausch entstandenen Kontakte zu einer Städtepartnerschaft auszuweiten.
Der Dülmener Rat lud daraufhin im Mai desselben Jahres eine Delegation aus der französischen Stadt ein. Während eines offiziellen Empfangs wurden bereits die wichtigsten Grundsätze über den Abschluss einer Jumelage vereinbart. Im September 1963 reisten 22 Vertreter der Stadt Dülmen ihrerseits nach Mézières, um die Städtepartnerschaft endgültig zu beschließen. In den darauffolgenden Jahren entwickelte sich die Beziehung zwischen den beiden Städten zu einer lebendigen Partnerschaft.
Auch strukturelle Veränderungen in Dülmen und Mézières änderten daran nichts: 1975 wurden – im Rahmen der Gemeindereform – fünf umliegende Dörfer in die Stadt Dülmen eingemeindet. Im Zuge einer Verwaltungsreform im Jahre 1966 wurden die Städte Charleville und Mèzières zusammengelegt. Eingemeindet wurden auch die Orte Étion, Mohon und Montcy-Saint-Pierre.
Kernstück der Beziehungen waren und sind die gegenseitigen Schülerbesuche. So besteht seit über 30 Jahren eine Partnerschaft zwischen dem Collège Scamaroni und der Hermann-Leeser-Schule sowie zwischen dem Collège Bayard und dem Clemens-Brentano-Gymnasium. Auch zahlreiche wechselseitige Einladungen zu städtischen Veranstaltungen und ein enger Austausch zwischen Vereinen und Verbänden festigten eine Städtepartnerschaft, die im Jahr 2013 ihr 50-jähriges Bestehen feiern wird.
Mit seinen rund 51.000 Einwohnern ist Charleville-Mézières das wirtschaftliche und administrative Zentrum der französischen Ardennenregion. Ein wichtiger Wirtschaftszweig ist die metallverarbeitende Industrie, zum Beispiel ist in Charleville-Mézières ein Komponentenwerk des Automobilkonzerns PSA Peugeot Citroën mit knapp 2.500 Mitarbeitern angesiedelt.
Das Stadtbild ist wesentlich geprägt von der Maas, die in mehreren Schleifen die verschiedenen Ortsteile voneinander trennt. Der älteste Ortsteil Mézières war schon im Mittelalter ein wichtiger Handelsplatz und ein Ort von militärstrategischer Bedeutung. Charleville wurde erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts gegründet. Der Ort ist bekannt als Geburtsort des Dichters Arthur Rimbaud und für das alle zwei Jahre stattfindende Weltfestival der Marionettentheater.
Die Stadt Charleville wurde im Jahr 1606 von Herzog Carlo I. Gonzaga als Residenzstadt gegründet, frühe Siedlungsspuren gehen jedoch bis auf galloromanische Zeit zurück.
Ihr Zentrum schmückt der Place Ducale, der herzogliche Platz, der in seiner Architektur dem berühmten Place des Vosges in Paris nichts nachsteht. Das am Place Ducale gelegene Ardennenmuseum zeigt historische Sammlungen, archäologische Funde sowie lokales Handwerk. Vom Museum aus ist auch ein Einblick in die Technik des Großen Marionettenspielers (Grand Marionnettiste) möglich: Dieser 10 Meter hohe Automat erzählt eine mittelalterliche Legende mit Marionetten nach.
Die Alte Mühle (Vieux Moulin) am Ufer der Maas beherbergt das Rimbaud-Museum. Mehr zu den Reisen des berühmten Dichters Arthur Rimbaud (1854 - 1891), der in Charleville geboren wurde und aufwuchs, kann der interessierte Besucher auch in der „Maison Rimbaud“ erfahren.
Mézières wurde im 9. Jahrhundert gegründet und ist damit älter als Charleville. Bereits zu römischer Zeit war das Gebiet besiedelt. Die bewegte Geschichte der Stadt spiegelt sich in den Befestigungsanlagen und Stadtmauern wider, die sich zu rund einem Drittel durch die Jahrhunderte erhalten haben.
Ebenfalls sehenswert ist die Basilika Notre Dame de l’Espérance, in der im Jahr 1570 die Hochzeit von Karl IX und Elisabeth von Österreich stattfand. René Dürrbach, ein Wegbegleiter Picassos, gestaltete in 25jähriger Arbeit farbenprächtige Fenster, deren moderne Glasmalerei den Besucher auf 10.000 Quadratmetern beeindruckt.
Die Stadt Charleville-Mézières ist international als Hauptstadt des Marionettentheaters bekannt: Das Weltfestival der Marionettentheater (Festival Mondial des Théâtres de Marionnettes), lockt alle zwei Jahre Besucherströme in die Ardennenstadt. Zehn Tage lang wird das Leben in der Stadt durch alle erdenklichen Formen von Marionettenspiel bestimmt und Puppenspieler aus aller Welt begeistern mit ihrem Können die insgesamt rund 130.000 Zuschauer.
Ein Angebot der Stadt Dülmen | Markt 1-3 | 48249 Dülmen