WebCam auf Taubennest gerichtet

Dülmen. Neugierige Blicke irritieren sie offenbar ebenso wenig wie die kleine WebCam, die jetzt ständig auf sie gerichtet ist: In einem der vielen Blumenkästen vor einem der zahlreichen Bürofenster im Rathaus brütet seit einiger Zeit eine Ringeltaube und fühlt sich an diesem Platz allem Anschein nach sicher und eher ungestört.

Nach einer hier im Internet (siehe auch unten "Was wird denn da ausgebrütet?") wie in verschiedenen Medien veröffentlichten Glosse zu Thema hat die Taube inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad. Und nicht nur viele MitarbeiterInnen im Rathaus sind gespannt auf das, was sie da ausbrütet; was die Kollegen von der städtischen "Datenverarbeitung" auf die nahe liegende Idee brachte, eine WebCam zu installieren.

Die ist jetzt direkt auf das ungewöhnliche Taubennest gerichtet und stellt minütlich wechselnde Bilder ins Netz. Wer Zeit und Glück hat, wird also demnächst womöglich erleben, wie die kleinen Taubenküken schlüpfen, wie sie versorgt werden und was aus ihnen wird. Kurzum: Natur pur! Und das im Rathaus.

Nachtrag vom 13. August

Die regelmäßigen Beobachter werden es längst entdeckt haben: Die Taube hat ihre Eier ausgebrütet. Zwei Küken sind bereits am Wochenende geschlüpft, eines hat nur kurze Zeit überlebt und ist vermutlich Opfer der Gluthitze geworden.

Das andere Küken hat zunächst ebenfalls sehr geschwächelt, macht aber nach einer kleinen Dusche inzwischen einen munteren Eindruck und wird regelmäßig versorgt. Viel Glück, kleine Taube!

 

Ausgeflogen!

Aus kleinen Tieren werden bekanntlich große - und aus dem winzigen Küken ist innerhalb weniger Wochen eine Taube geworden. Als sie - für die Beobachter kam das ziemlich plötzlich - festgestellt hat, dass sie fliegen kann, hat sie davon gleich gebrauch gemacht und ihre Kinderstube verlassen. Kurzum: Jetzt ist das Nest leer und die WebCam kann ausgeschaltet bleiben.

 

Was wird denn da ausgebrütet?

Ach, du dickes Ei, auch das noch: Kummer ist Kämmerer Krusel ja gewohnt – doch jetzt zerbricht sich der Chef der Finanzen im Dülmener Rathaus zusätzlich den Kopf angesichts eines geradezu greifbaren Phänomens, das er seit Tagen täglich vor Augen hat: In einem Blumen-Kasten direkt vor seinem dem Kirchplatz zugewandten Büro-Fenster im zweiten Obergeschoß hat sich unlängst eine Ringeltaube eingenistet.

Während ihre ArtgenossInnen gewöhnlich Zweige und anderes brauchbares Material für einen Nestbau heranschaffen und damit alle Schnäbel voll zu tun haben, hat sich die offenbar bequem veranlagte Wildtaube draußen vor dem Fenster des als fleißig geltenden Beamten solche Mühen erst gar nicht gemacht - und vier Eier kurzerhand unter den Buchsbaum in den Blumenkasten auf der Fensterbank (ab-)gelegt.

Hermann Krusel ist tierlieber Naturfreund und mag unter diesem Gesichtspunkt Herrn und Frau Ringeltaube das Gelege nicht wegnehmen. Aber, grübelt er, wie kommen die ausgerechnet auf mich – denn schließlich hätte es bei 224 Blumenkästen vor und hinter dem Dülmener Rathaus für die fetten Vögel eine Menge anderer Möglichkeiten gegeben. Bachstelzen und Rotkehlchen haben davon hier und da ganz unauffällig schon mehrfach Gebrauch gemacht, hat Hausmeister Werner Wentker beobachtet.

Während einige Kollegen im aktuellen Fall vermuten, dass da jemand dem finanziell arg gebeutelten Kämmerer zu allem Kummer jetzt auch noch faule Eier unterschieben möchte, gehen Spötter noch weiter: Sie kolportieren, dass direkt vor Krusels Augen ein Kuckucks-Ei ausgebrütet werden könnte..!

Der wartet´s ab!

 


Bilder für alle, die sich zuschalten,

wenn's dunkel ist. Fotos: Stadt Dülmen/ L. Kötters