Die Landwehr

Aufgrund des Wehrgesetzes von 1814 bestand die bewaffnete Macht des Staates aus dem stehenden Heer, den beiden Aufgeboten der Landwehr und dem Landsturm. Das erste Aufgebot der Landwehr, dem alle gedienten Soldaten nach Ableistung ihres Wehrdienstes zwischen dem 26. und 32. Lebensjahr angehörten, bildete die Reserve der Linienregimenter. Die Angehörigen des zweiten Aufgebots, das Gediente zwischen dem 32. und 39. Lebensjahr umfaßte, waren für den Garnisonsdienst und die Landesverteidigung bestimmt.

Dülmen gehörte zum 2. Bataillon des 13. Landwehrregiments. Der zuständige Bezirksfeldwebel, der für die Verwaltung der Landwehrpflichtigen zuständig war, hatte seinen Sitz in Dorsten.

Regelmäßig fanden im Frühjahr und Herbst Landwehrappelle statt. Für die Ämter und Städte Dülmen und Haltern war die Gaststätte "Drügen Pütt" an der Landstraße zwischen Haltern und Dülmen Appellplatz an dem auch die jährlichen Schießübungen veranstaltet wurden. Nach dem Frühjahrsappell 1848 zogen einige Dülmener Landwehrmänner zum Schloß des Herzogs von Croy, um ihre Beschwerden vorzutragen. Aufgrund der Abwesenheit des Herzogs entwickelte sich dann der Tumult, in dem einige Räume des Schlosses verwüstet wurden.