Im Mittelpunkt der Beratungen der deutschen Nationalversammlung stand auftragsgemäß die Erarbeitung einer Verfassung. Am wichtigsten schien zunächst die Einsetzung einer vorläufigen Reichszentralgewalt, die den bisherigen Bundestag ersetzen sollte. Dabei erhob sich die Frage, ob die Versammlung aufgrund eigener Souveränität eine Zentralgewalt bestellen konnte oder ob dies nur im Zusammenspiel mit den Regierungen erfolgen sollte. Sodann ging es um die Frage, ob es sich um eine Person oder um ein mehrköpfiges Gremium handeln sollte, um dem föderalen Charakter des neuen Nationalstaates gerecht zu werden. Sollte es ein republikanischer Präsident oder eine monarchische Spitze sein und wie weit sollten die Zuständigkeiten dieser Zentralgewalt gehen.

Am 17. Juni wurde die Errichtung eines dreier Direktoriums mit einem der Nationalversammlung verantwortlichen Ministerium beschlossen. Nach einer einwöchigen Debatte kam dieser Beschluß jedoch nicht zur Ausführung. Vielmehr verfuhr man nach Heinrich von Gagerns "kühnem Griff" und setzte die Zentralgewalt aus eigenem Recht - ohne Beteiligung der Staatsregierungen - ein und wählte Erzherzog Johann von Österreich zum monarchischen Reichsverweser, womit die republikanische Staatsform für den künftigen Nationalstaat ausgeschlossen war.