Herzog Alfred von Croy

Alfred Franz Friedrich Philipp (1789-1861) war als Sohn von August Philipp der 11. Herzog von Croy aus der Linie Soire. Er erbte nach dem Tode seines Vaters 1822 die Standesherrschaft Dülmen. Vom Freiherrn von Merode-Merfeld erwarb er 1836 das Rittergut Merfeld und von der Familie von Amelunxen das Haus Rorup sowie weitere Höfe im Umland. Als Kronprinz Friedrich Wilhelm 1833 durch Dülmen reiste, machte er kurz Station im herzoglichen Schloß und wurde von Herzog Alfred empfangen. Im Jahre 1837 kaufte er von der Stadt Dülmen deren gesamten Grundbesitz, zu dem u.a. ein Schulzenhof, die Ziegelei vor dem Münstertor und die Pfeffermühle gehörten, für 15.273 Taler, wofür er auch eine Befreiung von den Kommunalsteuern erreichte. 1842 gründete er die Eisenhütte Prinz Rudolph, die der größte Arbeitgeber am Ort war.

Hauptsächlich die von der herzoglichen Verwaltung geforderten Mahngebühren für die verspätete Zahlung von Pachtgeldern für kleine Gartengrundstücke führte zu Unmut unter den Betroffenen, die darüber mit dem Herzog am 22. März 1848 verhandeln wollten. Da Herzog Alfred gewarnt worden war, es könnte zu Gewalttätigkeiten kommen, reiste er mit seiner Familie zunächst nach Buldern, dann nach Münster. Währenddessen warfen die Demonstranten zunächst die Scheiben im Schloß ein und zerstörten dann das Mobiliar einiger Räume.