Deutsche Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche

Zu den März-Forderungen gehörte die Herstellung eines deutschen Parlaments. Am 31. März 1848 versammelten sich in Frankfurt am Main, dem alten Wahlort der Könige und Kaiser des 1803 aufgelösten deutschen Reichs, 574 ehemalige oder amtierende Mitglieder deutscher Ständeversammlungen und einige weitere angesehene Männer zu einem Vorparlament, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Man beschloß, zur Ausarbeitung einer Verfassung für den neuen Nationalstaat eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen und legte als Staatsform die konstitutionelle Monarchie fest. Als erster Schritt wurden allgemeine und gleiche Wahlen für die Nationalversammlung ausgeschrieben. Wahlrecht hatten etwa 75% der über 25jährigen männlichen Bevölkerung.

Am 18. Mai 1848 zogen 330 gewählte Abgeordnete in die Paulskirche ein. Die Aufgabe der Versammlung bestand darin, aus den in Einzelstaaten zersplitterten Deutschland ein einiges Staatswesen zu formen. Dies sollte durch eine auf allgemeinen Grundrechten basierende Verfassung geschehen. Zunächst mußte eine Geschäftsordnung erarbeitet und der Arbeitsablauf mitsamt parlamentarischen Spielregeln organisiert und erprobt werden.

Man richtete zehn vorläufige und siebzehn ständige Ausschüsse ein, die zur Entlastung der Plenardebatten beitragen sollten.

Auf der Abbildung sind ganz links der Tisch des Präsidiums mit dem stehenden Präsidenten Heinrich von Gagern zu sehen. Davor befanden sich die Stenographen hinter dem Rednerpult. Im Kirchenrund saßen die über 500 Abgeordneten. Die Galerie konnte bis zu 2.000 Zuschauer aufnehmen und war fast immer voll besetzt.