Eisenhütte Prinz Rudolph

 

 

Englische Fliegeraufnahme vom 21. Februar 1945: Die Luftaufklärung der Alliierten sorgte vor der Überquerung des Rheins für aktuelles Bildmaterial aus dem Hinterland des Aufmarschgebietes. Die Bildserie gibt einen guten Eindruck vom Zustand der Bebauung Dülmens vier Wochen vor der Zerstörung.

Kliment Feodor Michailuk hat seinem Schreiben einen Lageplan beigefügt, der sich anhand der Luftaufnahme illustrieren lässt. Deutlich erkennbar ist am rechten Bildrand die Eisenhütte Prinz Rudolph. In den vorhandenen Gebäuden waren die Gießerei, die Dreherei, die Schlosserei und die Büroräume untergebracht.

Auf der linken Seite der Halterner Straße befand sich am Tiberbach das Zwangsarbeiterlager, dessen südliche Begrenzung der Teutenrod bzw. die Abraumhalden der Eisenhütte bildeten, die als breite Hügel auszumachen sind. Längs des Tiberbaches lag eine Baracke, die im südlichen Teil als Küche, in nördlichen Teil als Wohnraum der russischen Zwangsarbeiter genutzt wurde. Im rechten Winkel dazu stand eine zweite Baracke, in deren westlichem Teil einige holländische und belgische Zwangsarbeiter wohnten, während sich die mehrheitlich polnischen Zwangsarbeiter im östlichen Teil befanden.

Auf der Skizze von Herrn Michailuk richtig eingezeichnet ist die Lage des Hauses des im Schreiben erwähnten Bergmanns Klemens Pöhler, Teutenrod 15, das bei dieser Aufnahme von Wolken verdeckt wird.

Bei der Zerstörung Dülmens am 21./22. März 1945 erhielt die Baracke der polnischen Zwangsarbeiter einen Volltreffer und auch die daneben stehende Baracke wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Zahlreiche Zwangsarbeiter fanden daher im Keller des ebenfalls zerstörten Gymnasiums Unterschlupf.

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