Es war eine archäologische Sensation, als bei den Vorarbeiten für den Bau des einsA im Jahr 2016 die älteste belegte Glockengussgrube Europas entdeckt wurde. Der Fund brachte den bis dahin fehlenden Beweis, dass es bereits im 8. Jahrhundert – und damit vor oder zu Beginn der Sachsenkriege, die zur Christianisierung des Münsterlandes führten – eine Kirche in Dülmen gegeben hatte. Auch für das Westfälische Glockenmuseum im nahegelegenen Gescher war der Fund von großem Interesse. Es hat deshalb ein Modell der Glockengussgrube anfertigen lassen, das ab Samstag, 10. Oktober, im Rahmen einer Ausstellung im einsA erstmals zu sehen ist. In drei Monaten wird das Modell dann seinen festen Platz im Museum in Gescher bekommen.
Ermöglicht wurde die Herstellung des Modells durch die finanzielle Unterstützung der Städte Gescher und Dülmen sowie des Vereins zur Förderung des Glockenmuseums, zwei private Spender und insbesondere durch die großzügige Spende der Sparkassenstiftungen für den Kreis Coesfeld und den Kreis Borken in Höhe von insgesamt 6000 Euro. Bei einem Termin am Montag, 05. Oktober, im einsA richteten Dülmens Bürgermeister Carsten Hövekamp und seine Amtskollegin Anne Kortüm aus Gescher ihren Dank an Norbert Hypki, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland, sowie an alle Beteiligten des Projektes.
„Durch das Modell wird ein bedeutsames Stück Dülmener und westfälischer Geschichte sichtbar“, sagte Bürgermeister Carsten Hövekamp. „Wir freuen uns sehr, dass es nun zuerst hier, am Ort des Fundes, öffentlich zu sehen sein wird.“ Geschers Bürgermeisterin Anne Kortüm unterstrich: „Das Modell der Glockengussgrube wird eine große Bereicherung für die dauerhafte Ausstellung in unserem Museum sein. Dass der Ursprung dieses europaweit relevanten Fundes nur rund 30 Kilometer entfernt liegt, macht es für uns besonders interessant.“ Norbert Hypki, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Westmünsterland betonte: „Unsere Stiftungen sind fest im Münsterland verankert und unterstützen daher gerne dieses herausragende Projekt, das zur Identifikation mit der Region beiträgt.“
Dr. Hanna Koch, Leiterin des Westfälischen Glockenmuseums und Kulturmanagerin der Stadt Gescher, sowie Dülmens Stadtarchivar Dr. Stefan Sudmann ordneten die Bedeutung des Fundes im Rahmen des Termins näher ein.
Ausstellung vom 10. Oktober bis 14. Januar im einsA
Die Vernissage zur Ausstellung, zu der alle Interessierten herzlich eingeladen sind, findet am Samstag, 10. Oktober, um 11 Uhr im einsA statt. Die Ausstellung zeigt u.a. das Modell der Glockengussgrube, eine Rekonstruktion einer frühmittelalterlichen Glocke sowie einen Film der LWL-Archäologie in Westfalen über den Fund.
Die Ausstellung wird bis zum 14. Januar zu den Öffnungszeiten des einsA zu sehen sein. Abgerundet wird das Angebot durch thematische (öffentliche) Führungen und eine Vortragsreihe, gestaltet von der Stadt Dülmen, der Pfarrei St. Viktor, Dülmen Marketing, dem Heimatverein Dülmen und dem Glockenmuseum Gescher. Schulklassen und andere interessierte Gruppen haben die Möglichkeit, Führungen über das Stadtarchiv zu buchen (Telefon: 02594 – 12 416, E-Mail: stadtarchiv(at)duelmen.de).







