Ein Schauplatz des Kalten Krieges im Münsterland wird zum „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September, erfahrbar: Das ehemalige Sondermunitionsdepot in Dülmen-Visbeck öffnet von 11 bis 16 Uhr seine Pforten für Besucherinnen und Besucher. Interessierte haben auf Einladung der VHS und des städtischen Fachbereichs Bauaufsicht und Denkmalschutz Gelegenheit, sich auf dem Gelände, das sonst nur auf Anfrage und im Rahmen von Führungen zugänglich ist, umzuschauen. Ehrenamtliche Guides sowie Mitglieder der Reservistenkameradschaft Dülmen und des Fördervereins des Sondermunitionslagers stehen bereit, um Fragen zu beantworten und Auskunft zu Geschichte und Wandel der gut erhaltenen Anlage zu geben.
Visbeck ist Zeuge des Kalten Krieges, hier verbindet sich globale mit regionaler Geschichte: Anders als vergleichbare Einrichtungen aus der Zeit des Kalten Krieges, die nach ihrer Aufhebung renaturiert oder überbaut wurden, zeichnet sich das Depot in Dülmen durch einen hohen Überlieferungsgrad aus. Es veranschaulicht dadurch das Aussehen und die Funktionsweise einer solchen Anlage in einzigartiger Weise. Alle Gebäude und Bunker sind am Tag des offenen Denkmals für das Publikum geöffnet. Exponate, ein Modell und digitale Rundgänge sowie Objekte aus der militärischen Nutzung veranschaulichen den Standort zusätzlich. Es gibt Videoinstallationen, eine Feldküche und eine kleine Ausstellung militärischer Fahrzeuge. Die Reservistenkameradschaft Dülmen sorgt zudem mit Erbsensuppe und Getränken für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher.
“Das Gelände hat sich seit ca. vier Jahren wirklich toll entwickelt und wird für unsere Führungen immer interessanter. Wir konnten viel originales Mobiliar und militärische Gegenstände aus der Zeit ergattern und profitieren enorm vom Einsatz unserer Ehrenamtlichen und der Reservistenkameradschaft vor Ort”, betont VHS-Leiterin Dr. Marie Hologa. “Visbeck ist kein Freilicht-Museum, aber wir konnten es aus seinem Dornröschen-Schlaf zurückholen. Es ist ein spannender Lernort zu einer komplexen, politischen Lage, die leider weiterhin relevant bleibt.”
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Gelände ist aus Richtung der B474 zwischen Dülmen und Seppenrade ausgeschildert. Parkplätze sind begrenzt an einem benachbarten Feldweg vorhanden. Auch mit dem Fahrrad ist das Gelände gut zu erreichen. Das Areal ist nicht barrierefrei, ein Toilettenwagen ist vorhanden. Der Eingang erfolgt durch das Haupttor, Dernekamp 40a, nahe der Kapelle Visbeck.






