Eine außergewöhnliche Aufgabe hatten heute fünf ehemalige und aktuelle Schülerinnen und Schüler der Paul-Gerhardt-Grundschule: Gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Hövekamp sowie Vertretern der Stadt Dülmen beurteilten sie die Qualität unterschiedlicher Toilettenpapiersorten. Der Hintergrund des kuriosen Termins: Die Kinder hatten sich im Oktober 2024 mit einem Brief an Bürgermeister Carsten Hövekamp gewandt und sich besseres Toilettenpapier für ihre Schule gewünscht. Hövekamp traf sich damals mit den Schülerinnen und Schülern und sagte zu, dass sie bei der nächsten städtischen Ausschreibung für Toilettenpapier an der Auswahl beteiligt werden. Dieses Versprechen löste der Bürgermeister nun ein.
Wie viele Lagen hat das Papier? Hat es ein Umweltzertifikat? Wie weich fühlt es sich an? Wie gut halten die Lagen zusammen und wie reißfest ist das Papier? Diese Kriterien galt es zu bewerten. Mit großem Engagement und viel Freude widmeten sich Xenia (9), Vito (8), Fiete (11), Karl (10) und Franziska (11) ihrer Aufgabe. „Man kann schon große Unterschiede feststellen“, stellt Fiete fest, während er den „Reißtest“ macht. Die Qualität und der Preis der verschiedenen Produkte flossen zu jeweils 50 Prozent in die abschließende Beurteilung ein, nach rund einer Stunde stand der Gewinner fest. Das ausgewählte Toilettenpapier wird für die kommenden zwei Jahre für alle städtischen Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude bestellt (rund 67.000 Rollen).
„Ich fand es toll, dass die Kinder sich damals getraut haben, sich mit ihrem Wunsch direkt bei mir zu melden und sich dafür einzusetzen“, betont Bürgermeister Carsten Hövekamp. „Mit dem heutigen Termin wollten wir ihnen zeigen, dass wir ihr Anliegen erstnehmen und dass sie mitwirken können.“ Zwar gehe es um ein scheinbar banales Thema, doch es sei ein gutes Beispiel für Demokratie und Teilhabe, so der Bürgermeister. Gleichzeitig wolle man den Kindern auch vermitteln, dass bei einer Kaufentscheidung immer auch die finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden müssten. „Wenn man nur 10 Euro Taschengeld zur Verfügung hat, muss man schauen, welches das qualitativ beste Spielzeug ist, das man dafür bekommen kann“, erklärte Hövekamp anhand eines Beispiels.
Mit dem Gewinnerprodukt waren alle Schülerinnen und Schüler schließlich einverstanden, denn es gehörte zu ihren Favoriten und lag preislich im Mittelfeld. Karl, der damals den Brief an den Bürgermeister geschrieben hatte, war ebenfalls zufrieden: „Ich hätte nicht gedacht, dass man in der Grundschule schon so viel verändern kann.“
Auch Schulleiterin Britta Sawicki zieht ein positives Fazit: „Für die Kinder ist dies heute ein tolles Erlebnis, denn sie haben die Erfahrung gemacht, dass ihre Meinung zählt und dass sie etwas bewirken können. Ich würde mich freuen, wenn sie dieses Bewusstsein auch für die Zukunft mitnehmen würden.“







