Im nächtlichen Einsatz gegen Sternenstaub

Dieses Foto zeigt Markus Friehage (l.) und André Wiesmann mit einem der beiden Reinigungsroboter

Sind äußert zufrieden mit dem elektronischen Reinigungshelfer: Markus Friehage (l.) und André Wiesmann.

Dieses Foto zeigt Reinigungs-Roboter "Roberta"

Reinigungs-Roboter „Roberta“ ist seit einigen Wochen in der neuen CBG-Sporthalle im Einsatz.

Der Zeiger der Sporthallen-Uhr springt auf 23:30 Uhr. Robby erwacht auf die Sekunde. Nur ein kurzer, kaum vernehmbarer Signalton stört die Stille. Zielsicher bewegt sich Robby durch die Dunkelheit. In geraden Bahnen zieht er stoisch von Wand zu Wand. Roberta macht es ihm gleich: In einem Kilometer Entfernung fährt sie beinahe synchron über das Linoleum. Eine andere Turnhalle, die selbe Dunkelheit. Nach viereinhalb Stunden, pünktlich um 4:00 Uhr morgens, endet ihr Einsatz. Eine letzte Bahn, ein letzter Signalton, dann übernimmt wieder die vollkommene Stille. Schichtende für das neue Roboter-Reinigungsduo der Stadt Dülmen.

Unter allen trostlosen und einsamen Orten auf diesem Planeten dürften Turnhallen bei Nacht weit vorne liegen: die verwaiste Sportfläche, die leeren Gänge, kein Licht, kein Geräusch. Kurzum, ein optimaler Einsatzort für elektronische Putzhelfer. Robby und Roberta sind in den Sporthallen des Clemens-Brentano- und des Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasiums im Einsatz. Mit den aus dem Privatgebrauch bekannten Reinigungsrobotern haben sie wenig gemein. Das fängt beim Aussehen an. Die beiden erinnern an überdimensionierte Papierkörbe auf Rädern: Vergleiche mit dem Droiden R2-D2 aus den Star-Wars-Filmen liegen auf der Hand. Raumschiffe fliegen und Fieslinge mit Elektroschocks schachmatt setzen kann die mechanische Putzkolonne zwar noch nicht. Dafür sucht man jetzt auf dem Turnhallen-Boden jede Art von (Sternen-)Staub vergeblich.

Roboter im Dauereinsatz
Von Science Fiction hat Markus Friehage nach eigener Aussage wenig Ahnung, dafür aber von effizientem und wirtschaftlichem Gebäudemanagement. „Die Personalgewinnung für Arbeiten nach 22 Uhr gestaltet sich immer herausfordernder. Zudem sind die Kosten für Reinigungsleistungen in den vergangenen Jahren gestiegen. Deshalb haben wir verschiedene Roboter zunächst intensiv getestet und seit Anfang des Jahres sind diese beiden jetzt im Dauereinsatz“, erklärt Friehage, Abteilungsleiter für kaufmännisches Gebäudemanagement der Stadt Dülmen. Robby und Roberta saugen und wischen stolze 522 Quadratmeter pro Stunde – und das Nacht für Nacht. Ihren Weg durch die Dunkelheit finden die beiden mit Hilfe von festgelegten Orientierungspunkten. Die Wartung ist überschaubar: In der CBG-Turnhalle schaut Schulhausmeister André Wiesmann einmal pro Tag nach den elektronischen Mitarbeitenden. „Es läuft gut und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Unsere Sportlehrer sind begeistert, wie gepflegt und sauber der Hallenboden jetzt ist“, erzählt Wiesmann.

Bei allem Lob, einen ultimativen Angstgegner haben Robby und Roberta dennoch: geschlossene Türen. Deshalb wischt das Duo nur den Hallenboden. Die Sanitär- und Umkleiden übernehmen weiterhin Mitarbeitende eines beauftragten Unternehmens. „Theoretisch können beide Roboter selbstständig Aufzug fahren und Türen öffnen. Hierfür wäre jedoch zusätzliche technische Infrastruktur notwendig. Der Aufwand wäre erheblich. Das ist in den Sporthallen aktuell nicht realisierbar und deshalb noch Zukunftsmusik“, erläutert Markus Friehage. Deshalb ist auch nicht jedes Gebäude geeignet. Nach den beiden Sporthallen testet die Stadt gerade, ob ein Roboter Aula und Mensa im Clemens-Brentano-Gymnasium reinigen kann.

Roberta und Robby 
Bleibt eine letzte, wichtige Frage: Woher haben die beiden Roboter ihre Namen? „Das war meine Idee. Wir mussten Geräte-Namen vergeben, um sie in der Kontrollsoftware unterscheiden zu können. Robby von Droste-Hülshoff und Roberta Brentano fand ich ganz passend“, verrät Markus Friehage mit einem Augenzwinkern – und fügt hinzu: „Die Schulen können sich natürlich auch noch neue Namen überlegen.“ Dem Roboter-Reinigungsduo dürfte das letztlich egal sein. Aktuell schlummern die beiden in ihren Stationen: Energie tanken für den nächsten nächtlichen Einsatz.

Dieses Foto zeigt Markus Friehage (l.) und André Wiesmann mit einem der beiden Reinigungsroboter

Sind äußert zufrieden mit dem elektronischen Reinigungshelfer: Markus Friehage (l.) und André Wiesmann.

Dieses Foto zeigt Reinigungs-Roboter "Roberta"

Reinigungs-Roboter „Roberta“ ist seit einigen Wochen in der neuen CBG-Sporthalle im Einsatz.

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