Lehrschwimmbecken: Kritik an kategorischer Ablehnung

Dieses Foto zeigt Bürgermeister Carsten Hövekamp

Bürgermeister Carsten Hövekamp kritisiert scharf die jüngsten Äußerungen der BSG. (Foto: Stadt Dülmen)

Bürgermeister Carsten Hövekamp und die Mitglieder des düb-Beirates zeigen sich bei ihrer heutigen (08.10.) Sitzung überaus enttäuscht über die kategorische Ablehnung der Behindertensportgemeinschaft (BSG) Dülmen bezüglich der Pläne für ein mögliches Lehrschwimmbecken am düb.

Bei einem Gespräch in der vergangenen Woche hatten Stadt, düb-Geschäftsleitung und der Sportausschussvorsitzende der BSG Pläne für den Bau einer Schwimmhalle mit unmittelbarer Anbindung an das düb vorgestellt sowie erste Gedanken zu möglichen Nutzungsmodellen ausgetauscht. Die Kosten für den Bau einer massiven Halle mit einem Becken von 12,5 x 8 Metern wurden dabei auf rund 3,8 Millionen Euro geschätzt.

Ein Hubboden würde Mehrkosten von ca. 250.000 Euro verursachen. Weitere 1,9 Millionen Euro würden durch die von der BSG explizit gewünschte separate Zuwegung, im Entwurf gelöst aus Richtung der Berningheide, eigene Parkplätze und separate Umkleiden entstehen. Auch die Variante einer eigenständigen Fertighalle auf dem Gelände nach dem Konzept der BSG wurde beleuchtet, jedoch im Ergebnis als nicht wirtschaftlich betrachtet, da diese nur über einen langen, beheizten Gang mit dem düb verbunden werden könnte.

Die vorgestellte Lösung mit einem Becken von 12,5 x 8 Metern ist bewusst in die bestehende Bäderinfrastruktur integriert und auf die Anforderungen des Standorts sowie die Nutzung durch Schulen, Vereine, Kursanbieter und eigene Angebote ausgerichtet. Ein kleineres Becken als die BSG es ursprünglich vorgesehen hat, bedeutet nicht automatisch eine geringere Funktionalität oder einen geringeren Nutzen. Die zusätzliche Lehrschwimmhalle wäre damit kein isoliertes Einzelprojekt, sondern Bestandteil einer bestehenden Wasser- und Bewegungslandschaft. Genau darin sieht die Stadt einen wesentlichen langfristigen Mehrwert.

Stadt und Stadtbetriebe (düb) hatten sich im Gespräch offen für verschiedene Möglichkeiten gezeigt, wer Bauherr des Projektes sein solle und wie die konkreten Nutzungs- und Mietbedingungen ausgestaltet sein könnten. Auch hatten sie zugesagt, weitere Wünsche der BSG in Bezug auf redundante Technik-Ausstattung sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen für Varianten mit und ohne Hubboden zu prüfen.

"BSG zu keinerlei Kompromissen bereit"
Mit E-Mail vom 05. Oktober hat die BSG die mitgeteilt, das Angebot nicht annehmen zu wollen. Die kategorische Absage der BSG stößt bei Stadt und düb-Beirat auf Unverständnis. „Wir haben der BSG ein Angebot vorgelegt, das aus unserer Sicht die beste und nachhaltigste Lösung darstellt, um in Dülmen weitere Wasserflächen zu realisieren, den Standort düb zu stärken und der BSG gleichzeitig umfangreiche Nutzungsmöglichkeiten zu bieten“, betont Bürgermeister Carsten Hövekamp. Politik und Verwaltung hätten der BSG die grundsätzliche Unterstützung für deren Vorhaben zugesagt, stünden aber auch in der Verantwortung, die Gesamtsituation im Blick zu behalten und eine vertretbare Lösung für ganz Dülmen zu finden. „Dass die BSG nicht einmal die Möglichkeit für weitere Gespräche genutzt hat, ganz offensichtlich zu keinerlei Kompromissen bereit ist und ausschließlich ihre eigenen Interessen verfolgt, ist extrem bedauerlich“, so der Bürgermeister.

Politik und Verwaltung sind weiterhin der Auffassung, dass die erheblichen Synergieeffekte durch die gemeinsame Verwendung von technischer Infrastruktur, Umkleiden, Parkplätzen usw. am Standort düb nicht ungenutzt bleiben sollten, um kostenintensive Doppelstrukturen zu vermeiden.

Der BSG wurden Möglichkeiten aufgezeigt ihr Konzept am düb umzusetzen. Auf ausdrückliche Nachfrage des Sportausschussvorsitzenden wurde im Gespräch seitens des Vorstandes bestätigt, dass es aktuell keine andere Fläche gibt, auf der die BSG ihr Konzept eigenständig umsetzen kann, was die Absage durch die BSG bzgl. des Flächenangebots am düb noch unverständlicher macht. „Wir hätten uns über eine gemeinsame Lösung und einen gemeinsamen Weg gefreut. Eine weitere konstruktive Zusammenarbeit scheint unter den aktuellen Bedingungen aber leider kaum vorstellbar.“

Plakative Vorwürfe und Unterstellungen
Bürgermeister und düb-Beirat kritisieren zudem scharf die Art und Weise, wie die BSG sich in den jüngsten Medienberichterstattungen geäußert hat. Auch den Vorwurf der Steuergeldverschwendung weisen sie mit Nachdruck zurück. Persönlich ist Bürgermeister Carsten Hövekamp über das Kommunikationsverhalten der BSG und ihres Vorsitzenden Holger Schmidt schwer enttäuscht: „Wir haben die BSG bisher ausdrücklich unterstützt und auch in der vergangenen Woche ein nach meiner Wahrnehmung wertschätzendes und konstruktives Gespräch geführt. Nur wenige Tage später mit derart plakativen Vorwürfen und Unterstellungen an die Öffentlichkeit zu gehen, ist für mich ganz schlechter Stil seitens des BSG-Vorstands. So kann man nicht vertrauensvoll zusammenarbeiten. Mir ist eine enge Zusammenarbeit und ein stetiger Austausch mit unseren Sportvereinen extrem wichtig. Das gelingt mit anderen Partnern und Vereinen auch, weil wir versuchen, das Beste für Dülmen herauszuholen. Nach den jüngsten Entwicklungen zweifle ich aber daran, dass die BSG dieses Interesse verfolgt.“

 

Dieses Foto zeigt Bürgermeister Carsten Hövekamp

Bürgermeister Carsten Hövekamp kritisiert scharf die jüngsten Äußerungen der BSG. (Foto: Stadt Dülmen)

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