Das „Kinderhaus Am Wemhoff“ und das Familienzentrum St. Josef in Buldern wachsen zusammen: Ab dem Kindergartenjahr 2027/28 fusionieren beide Einrichtungen. Kinder werden ab dem 1. August 2027 nur noch in dem Gebäude Am Wemhoff betreut. Die Trägerschaft der Einrichtung übernimmt die katholische Kirche. Stadt und Kirchengemeinde informierten Eltern und Mitarbeitende am heutigen Abend (14.10.) über diese Entwicklung.
„Wir stehen in den kommenden Jahren vor deutlich sinkenden Kinder- und Betreuungszahlen. Das Familienzentrum St. Josef ist zudem vom baulichen Zustand her in die Jahre gekommen. Deshalb ist der Zusammenschluss eine vernünftige und zukunftsorientierte Lösung“, erklärte Bürgermeister Carsten Hövekamp. Die Trägerschaft für die Kita geht von der Stadt auf die katholische Kirche über. Voraussetzung für die Umsetzung ist die Zustimmung des Jugendhilfeausschusses sowie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). „Mit diesem Schritt erhalten wir die große Trägervielfalt, die ohne Frage eine große Stärke im Dülmener Kita-Angebot ist“, so Hövekamp. In Buldern gibt es noch die Kita des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sowie die Kita Sportikus, die vom Kreissportbund betrieben wird.
Im „Kinderhaus Am Wemhoff“ und im Familienzentrum St. Josef werden zusammen aktuell 117 Kinder betreut, von denen viele nach den Sommerferien in die Grundschule wechseln. Im neuen Familienzentrum St. Josef werden dann zum Kita-Jahr 27/28 mindestens vier Gruppen eingerichtet. „Den katholischen Kindergarten St. Josef gibt es seit mehr als 50 Jahren in Buldern. Er war auch der erste Kindergarten. In dem alten Gebäude ist ein Kita-Betrieb nach aktuellen Standards und Bedürfnissen aber nicht mehr möglich. Deshalb freuen wir uns, die Arbeit jetzt am neuen Standort fortsetzen zu können. Als Kirchengemeinde ist es uns wichtig, dieses Angebot in einer pluralen Gesellschaft im Konzert der Trägervielfalt aufrecht zu erhalten“, sagte Pfarrer Ferdinand Hempelmann.
Weniger Kinder, sinkende Bedarfe
Mit der Kitafusion reagiert die Stadt Dülmen auf eine Entwicklung, die deutschlandweit die Kommunen beschäftigt: Die Zahl der Kita-Kinder sinkt. Laut statistischem Bundesamt ging im vergangenen Jahr bundesweit die Zahl der betreuten Kinder zurück – erstmals seit fast 20 Jahren. „Unsere Kita-Planung richtet sich immer nach den Bedarfen aus. In den zurückliegenden Jahren hatten wir steigende Zahlen und haben dementsprechend auch die Zahl der Plätze ausgebaut. Dieser Trend kehrt sich aktuell um, so dass perspektivisch in Buldern nur noch drei Kitas benötigt werden“, erläutert Norbert Dikomey, Fachbereichsleiter Jugend und Familie der Stadt Dülmen.
Für die pädagogischen Fachkräfte des „Kinderhauses Am Wemhoff“ bedeutet die Änderung, dass sie mit Blick auf das Kita-Jahr 2027/28 zwischen zwei Optionen wählen können: Es besteht die Möglichkeit, dass ein Teil der betroffenen städtischen Mitarbeitenden auf eigenen Wunsch zum kirchlichen Träger wechselt. Für Beschäftigte, die sich dagegen entscheiden, entsteht kein Nachteil. Sie bleiben im Dienst der Stadt und werden in einer anderen städtischen Kita im Stadtgebiet weiterbeschäftigt.






