Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungs-Konzept (ISEK), zu der die Stadt Dülmen am Dienstag, 27. Januar, in die Aula des Schulzentrums eingeladen hatte. Rund 180 Gäste nahmen daran teil. Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Dülmen stellten die Entwürfe für vier Umgestaltungsmaßnahmen im zentralen Innenstadtbereich vor, die in den kommenden vier bis fünf Jahren umgesetzt werden sollen. Die Moderation der Veranstaltung übernahm das Planungsbüro Pesch und Partner.
"Mit den Maßnahmen möchten wir deutliche Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr, für Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und das Klima erreichen”, betonte Bürgermeister Carsten Hövekamp. “ In vielen Bereichen seien ohnehin technisch notwendige Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Hövekamp lud alle Bürgerinnen und Bürger ein, sich in den weiteren Planungsprozess einzubringen und ihre Meinung zu äußern. Optisch solle sich die Gestaltung an den in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich umgesetzten Maßnahmen in der Innenstadt orientieren, sodass die City ein “einheitliches Gesicht” bekomme, erläuterte Stefan Damen, städtischer Abteilungsleiter für Straßenplanung und Landschaftsbau. Das Land NRW unterstützt ISEK-Maßnahmen mit einer 60-prozentigen Förderung.
Konkret geht es um folgende Maßnahmen:
1. Bauabschnitt: Lüdinghauser Straße/Borkener Straße, zwischen Münsterstraße und Lohwall
Für diesen Straßenabschnitt sehen die Planungen vor, einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich (Tempo 20) einzurichten. Entsprechend würden der Fahrbahnquerschnitt reduziert, die Gehwegbereiche erweitert, zusätzliche Bäume und Pflanzbeete angelegt sowie die Anzahl und Verortung der Stellplätze angepasst. Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren, den Radverkehr zu stärken sowie Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit zu verbessern. Auch der Eichengrünplatz soll in diesem Zuge attraktiver gestaltet werden. Geplanter Baustart für diese Maßnahme ist das Frühjahr 2027.
2. Bauabschnitt: Tiberstraße, Tibergasse, Marktgasse und Bärenstiege
Im 2. Bauabschnitt soll das Straßenbild an die bereits umgestalteten Abschnitte in der Innenstadt angepasst und der Grünflächenanteil erhöht werden. Parkplätze sollen vor allem im Bereich der Bärenstiege erhalten bleiben, wobei die Anforderungen des Brandschutzes (Stellflächen für Drehleiterfahrzeug) hier den gestalterischen Spielraum einschränken. Zusätzliche Fahrrad-Abstellanlagen sind ebenso vorgesehen wie eine Aufwertung des Platzes an der Bärenapotheke, z.B. durch ein Sitzrondell wie auf dem Marktplatz. Baubeginn könnte hier im Frühjahr 2028 sein.
3. Bauabschnitt: Lüdinghauser Str. zwischen Münsterstraße und Nonnenwall
Der Bereich um das Lüdinghauser Tor, das Wahrzeichen der Stadt Dülmen, soll aufgewertet werden. Vorgesehen ist eine Geschwindigkeitsreduzierung auf maximal 30 km/h und damit verbunden eine Reduzierung des motorisierten Verkehrs und Stärkung des Radverkehrs. Duch eine Aufpflasterung und akzentuierte Beleuchtung könnte das Tor noch besser in Szene gesetzt werden. Auch die Gestaltung eines kleinen Platzes im Umfeld ist denkbar. Der Baubeginn ist für Sommer 2028 vorgesehen. Im weiteren Verlauf der Lüdinghauser Straße plant die Stadt Dülmen zudem eine Umgestaltung des Marienplatzes, die in einem separaten Projekt erfolgt.
4. Bauabschnitt: südliche Marktstraße zwischen Lüdinghauser Str. und Südring
Auch die Verbindungsstraße zwischen Vorpark und Innenstadt soll eine optische Aufwertung erfahren, Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit sollen verbessert werden. Der Baumbestand soll erhalten und ergänzt, Grünflächen vergrößert sowie Parkflächen optimiert und neu angeordnet werden. Baustart könnte im Frühjahr 2029 sein.
Die Teilnehmenden der Bürgerinfoveanstaltung nutzten die Gelegenheit, an vier Thementischen ihre Ideen, Kritik, Wünsche und Anregungen zu den Planungen zu äußern. Zudem haben Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, sich ab der kommenden Woche im Rahmen einer Online-Beteilung zu den Planungen zu äußern. “Anschließend werden wir Rückmeldungen auswerten und die Detailsplanung weiter ausarbeiten”, erläutert Philipp Scholz vom Fachbereich Stadtentwicklung. Voraussichtlich vor den Sommerferien sollen die politischen Gremien dann den Projektbeschluss für den 1. Bauabschnitt (Lüdinghauser Straße/Borkener Straße) fassen. Für die anderen Bauabschnitte sind noch separate Beschlüsse erforderlich. Im Vorfeld der Umsetzung einer beschlossenen Maßnahme werden noch weiterführende Informationsveranstaltungen stattfinden und die einzelnen Bauphasen eng mit den Anliegern abgestimmt. Für die vier genannten Projekte rechnet die Stadt Dülmen nach aktuellem Stand mit Gesamtkosten in Höhe von 5,6 Mio. Euro, die bei einer Bewilligung des gestellten Förderantrags zu 60 Prozent vom Land NRW getragen werden.
Nähere Informationen zu allen Projekten finden Sie in der Präsentation zur Informationsveranstaltung.
Neben den beschriebenen Maßahmen umfasst das ISEK noch zahlreiche weitere Projekte, wie z.B. die Umgestelltung des Stadtparks “An den Wiesen” mit einem inklusiven Spielplatz.
Weiterführende Informationen zu allen ISEK-Projekten gibt es in der aktuellen Beschlussvorlage.












